31 – Embona und seine Historischen Wege

Rhodos

Vater und Sohn Kiriakos, die Besitzer des familiengeführten Hotels Attaviros, haben in Zusammenarbeit mit dem Autor diese historische Wanderung ausgearbeitet. Sie beruht auf Erinnerungen des Seniors Kiriakos, der schon als Kind die Wege nutzte, um Schafe und Ziegen auf die Felder zu bringen. Mit großer Freude hat er eine Unmenge von Detailinformationen vermittelt, war aber auch sehr stolz und berührt, diesen Weg seinem Sohn – der ihn noch nie gegangen war – zu zeigen. Eine erste Begehung endete mit dem Sammeln von Kräutern und Salat, die dann nach der Wanderung zu einem köstlichen Mahl mit Suma zubereitet wurden. Zur weiteren Recherche wurde auch Kartenmaterial von 1929 – aus der Besatzungszeit der Italiener – herangezogen, um die Pfade und Wege zu bestimmen. Das Ergebnis: Vom wunderschönen Bergdorf Embona – der Weinhauptstadt von Rhodos – führt nun die Wanderung entlang der nördlichen Hänge des höchsten Berges der Insel, vorbei an den Naturschönheiten von Embona. Durch die Höhenlage der Wanderung findet man in den heißen Sommermonaten ein sehr gemäßigtes Klima vor.
Zeit 02:50 Std.
Strecke 6 km
Aufstieg 191 m
Abstieg 191 m
Kondition 2
Technik 2
Erlebnis 4
Landschaft 4
Schwierigkeit Blau
Parkmöglichkeiten Parkmöglichkeiten vorhanden

Charakter

Einfacher Spaziergang ohne großen Höhenunterschied. Kennzeichnung: rote Punkte. Art des Weges: 20 % Asphaltstraße, 40 % Pfad und 40 % Schotterpiste. Ausrüstungsempfehlung: keine. Einkehr: Im Hotel Attaviros befindet sich eine Taverne, serviert werden Dorfspezialitäten. Beste Jahreszeit für diese Tour: April bis Oktober. Tipp: Aufgrund der Höhenlage kann man diese Wanderung besonders an heißen Tagen durchführen.

Start

Buslinie RODA: Leider fährt nur ein Bus um 4:45 Uhr und um 15:45 Uhr, sodass eine An- und Abfahrt am gleichen Tag nicht möglich ist. Entfernung: 51 km von Rhodos Stadt. Mit dem Pkw: Auf der nordwestlichen Küstenstraße bis nach Kalavarda und von dort über Salakos bis nach Empona. Am Ortsausgang Richtung Siana kann man beim Hotel Attiviros parken. Geokoordinaten: 36.2244 27.855483.

Wegpunkt 1

Vom (01) Start und Ziel beim Hotel Attaviros (433 m) gehen wir direkt neben dem Verkehrsspiegel halb rechts auf der betonierten Piste bergab und verlassen diese in der folgenden Rechtskurve geradeaus – dabei gehen wir rechts an einer kleinen Ruine vorbei. Mauern rechts und links des Weges begrenzen teilweise den alten Weg vom Dorf zu den Feldern. Schon bald sehen wir von unserer Position auf dem leicht ansteigenden Pfad links oberhalb einen Souvenirladen. Wir treffen bei einem Hundezwinger auf eine Schotterpiste, der wir scharf links folgen, um nach 120 m rechts auf dem ansteigenden Bergrücken weitere 70 m über eine Freifläche aufzusteigen. Drehen wir uns um, so ergeben sich traumhafte Blicke über das Dorf Embona, den dahinter liegenden Berg Profitis Ilias – zu erkennen an den Funkmasten – und halb rechts von uns auf den höchsten Berg der Insel, den 1216 m hohen Attaviros.

Wegpunkt 2

Links von uns befindet sich die Hauptstraße, aber nur 5 m entfernt erkennen wir die Überreste einer Steinmauer. Dabei handelt es sich um die Begrenzung eines vor über 100 Jahren in mühsamer Handarbeit erstellten (02) alten Weges zu den Feldern (478 m). Für die folgenden 850 m dient uns die Steinmauer als Orientierungspunkt. Da der alte Weg stark verwachsen ist, müssen immer wieder größere Büsche und Bäume umgangen werden.

Wegpunkt 3

Nachdem wir ein kurzes Stück auf felsigem Untergrund gewandert sind, überqueren wir Mauerreste und gehen nun halb rechts über den Bergrücken bis zu einem Aussichtspunkt vor, wo sich ein atemberaubender (03) Blick in den Canyon (439 m) ergibt. Halb rechts sehen wir das Meer, wir hören aber auch das Plätschern des gut 150 m tiefer liegenden Flusses. Früher sind die Kinder des Dorfes dort heruntergeklettert, um in den Gumpen – die Einheimischen nennen die Gumpen Schwarze Löcher – zu baden. Wir gehen zunächst ein kleines Stück zurück, queren die Steinmauer 10 m unterhalb des Hinweges, kommen vorbei an verlassenen Terrassenfeldern und gehen entlang eines rechts von uns liegenden schmalen Flusslaufes.

Wegpunkt 4

Wir treffen auf eine Schotterpiste und folgen dieser rechts, um bei der nächsten Möglichkeit – wir sehen Weinreben vor uns – abermals rechts der Schotterpiste zu folgen. Nun befinden wir uns auf der alten Verbindungsstraße von Embona nach Siana. An einer Stelle, wo diese Straße verschüttet ist, steigen wir halb links auf den beginnenden Pfad, der aber schon bald bei einem Flussbett endet – hier wurde der Pfad nach starken Niederschlägen abgetragen. Wir gehen 20 m talwärts durch das Flussbett, um dann halb links dieses wieder zu verlassen. Wir treffen auf eine Schotterpiste, auf der wir rechts entlangwandern. Schon bald treffen wir auf die Ruinen einer (04) alten Kapelle (435 m) von 1850. Sobald der Pfad endet, gehen wir halb links und weglos in Kehren bis zur Hauptstraße vor.

Wegpunkt 5

Wir gehen Richtung Embona, biegen aber bei einem Gebetsstock rechts in die Schotterpiste ab. Nach einer langen Linkskehre erreichen wir den weißen, in den Felsen gelassenen Gebetsstock Santa Maria. Direkt dahinter befindet sich ein eigenhändig vom Senior freigelegter Pfad! Es geht durch ein kleines Waldstück und wir passieren einen Olivenhain, bis wir auf der folgenden Schotterpiste links laufen. Die Schotterpiste endet und wir halten uns rechts, durch Felsen, bis wir einen Ziegenzaun passieren und abermals an der Schotterpiste links gehen. Wir erreichen eine Dreiwegegabelung und nehmen den mittleren Weg, um nach nur 40 m ein defektes Wasserauffangbecken sowie eine (05) Quelle (537 m) zu erreichen. Die Quelle hat Trinkwasserqualität! Nach der Erfrischung geht es zurück bis zur 3-Wege-Gabelung. Von nun an folgen wir dem rechten der 3 Wege bis zur Asphaltstraße herunter, auf der wir wieder zum Ausgangspunkt gelangen.